Die Geschichte der Freimaurerloge
„Archimedes zu den drei Reißbretern“
Die Geschichte der Freimaurerloge
„Archimedes zu den drei Reißbretern“
Vom 18. Jahrhundert bis
in die Gegenwart
1742
gegründet am 31. Januar als 7. Loge in Deutschland (nach Hamburg, Dresden, Berlin,
Bayreuth, Breslau und Leipzig). Die Dresdner Großloge „Aux trois Aigles blancs“
(„Zu den drei Weißen Adlern“) teilt ihr den Namen „La Loge aux trois planches à tracer,
Die Loge zum drey Reiss-Brettern“ zu. Sie ist die erste Loge in Deutschland, die ihre
Tempelarbeiten nicht in französischer, sondern in deutscher Sprache durchführt.
Bereits am 9. April meldet sich Prinz Ludwig Ernst, Herzog zu Sachsen und Prinz von
Sachsen-Gotha-Altenburg an.
1746
entstand das erste deutsche Liederbuch für Freimaurer mit dem Titel „Freimäurer-
Lieder“ von Br. Ludwig Friedrich Lenz. Das Titelblatt zeigt den Archimedes mit der
Umschrift „NOLI TURBARE CIRCULOS“
1775
tritt die Loge „Archimedes“ der „Großen Landesloge von Deutschland“ in Berlin bei.
Br. Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg wirde zum Landesgroßmeister gewählt.
1777
wird Prinz Moritz, Herzog zu Sachsen aufgenommen.
1786
Die Loge führt nun den Namen „Archimedes zu den drey Reißbretern“.
1798
empfiehlt Br. Johann Friedrich Pierer die Errichtung einer Bibliothek.
1801
wird Br. Johann Friedrich Pierer Stuhlmeister. Er erarbeitet ein neues Ritual und
entwirft eine eigene Konstitution, welche 1803 angenommen wirde. Unter diesem
selbigen sStuhlmeister erklärt die Loge ihre Selbstständigkeit.
1802
Ankauf eines Grundstückes zum Bau eines Logenhauses im Johannisgraben. Im selben
Jahr findet die feierliche Grundsteinlegung statt.
1803
Herausgabe des „Journals für Freimaurer“ und die Errichtung einer Deputationsloge
in Gera.
1804
Einweihung des neuen Logenhauses.
1808
Die „Literarische Gesellschaft“ in Altenburg schließt einen Mietvertrag mit der Loge ab.
1812
Br. Johann Friedrich Pierer beendet seine zwölfjährige Stuhlmeisterzeit. Sein Sohn
Heinrich August Pierer wird Mitglied. Er ist Besitzer der Hofburg-Druckerei und
Begründer und Herausgeber von „Pierer‘s Konversations-Lexikon“.
1813
Die Brr. Blücher, Scharnhorst, Gneisenau und Ribbentrop, preußische Offiziere im Einsatz
gegen Napoleons Truppen, nehmen an einer Tempelarbeit teil.
1814
Ernennung der Brr. Fürst Blücher von Wahlstatt und von Ribbentrop zu Ehrenmitgliedern.
Ab 1816
„Archimedes“ stellt Räume für die neu gestiftete „Naturforschende Gesellschaft des
Osterlandes“, den „Kunst- & Handwerksverein“, die Sonntagsschule und die
„Pomologische Gesellschaft“ für Versammlungen zur Verfügung.
1820
Gründung eines Brudervereins in Eisenberg
1823 ... 1828
Es erscheint die „Zeitschrift für Freimaurer“.
1824
Gründung der Logensparkasse durch Br. Waitz, Anfang 1900 noch unter dem Namen
„Altenburger Sparbank“ bestehend.
1831
Die Loge beschließt, „dass den Israeliten die Aufnahme in den Bund prinzipiell nicht zu
versagen sei“. (Eine für die damalige Zeit außergewöhnliche Entscheidung!)
1842
Jahrhundertfeier der Loge. 642 Brr. sind in diesen 100 Jahren Mitglied der Loge
„Archimedes“ geworden.
1846
Das seit 1803 erscheinende „Journal für Freimaurer“ wird in „Freimaurer-Zeitung“
umbenannt.
1863
Die neue Logen-Verfassung tritt in Kraft, gleichzeitig wird die Loge zur
juristischen Person erklärt.
1870/1871
Das Logenhaus wird kostenlos als Lazarett zur Verfügung gestellt.
1892
Unter Teilnahme von 165 Gästen aus anderen Orienten und 3 Großmeistern, feiert
„Archimedes“ sein 150. Stiftungsfest.
1933
Im April finden die letzten freimaurerischen Arbeiten statt.
1935
Am 14. November erfolgt der Auflösungsbeschluss in Gegenwart von 2 Gestapobeamten.
1945 bis zur Wiedervereinigung
Trotz Bemühungen ehemaliger Archimedes-Mitglieder kam keine neue
Loge zustande. (In der DDR waren die Logen nicht direkt verboten, aber man sah
keine Notwendigkeit, die Logen wieder zuzulassen. Der Staat begründete dies
mit dem Übergang der freimaurerischen Qualitäten auf die Arbeiterklasse
und ihre Partei, die SED.)
1986
Der Direktor des Instituts für Lehrerbildung regt an, das Giebelrelief des
„Archimedes“ wiederherzustellen.
1992
Gründung des Logenvereins „Archimedes zu den 3 Reißbretern“
1999
wird der Distrikt Baden-Württemberg durch die Großloge der Alten Freien und
Angenommenen Maurer von Deutschland beauftragt, die Loge zu reaktivieren.
Das Logenhaus wird an die Großloge zurückgegeben. Am 30. Oktober erster
öffentlicher Vortrag über Freimaurerei in Altenburg nach über 60 Jahren der Dunkelheit.
2000
Aufnahme von 10 Altenburger Bürgern durch die Ulmer Loge „C.D. Hassler“ und die
Stuttgarter Loge „Sarastro“. Am 18. November findet die Lichteinbringung in festlicher
Stimmung statt.
2002
Großlogentag in Altenburg. Die Loge „Archimedes zu den drei Reissbretern“ nutzt einige
Räume des Logenhauses für ihre Veranstaltungen.
2005
Großlogentag in Altenburg.
Die Großloge als Eigentümer des Logenhauses restauriert und renoviert das Haus weiter,
um es für Veranstaltungen zu nutzen.